Die richtige Tennis-Bespannung für mich.

Wir erläutern an anderer Stelle, warum „Haltbarkeit“ im Sinne von „Rissfestigkeit“ nur für kraftvolle aggressive Liga-Spieler einen echten Nutzen hat. Bei der Mehrzahl der Freizeitspieler hat die Bespannung ihre ursprüngliche Elastizität lange verloren, bevor sie tatsächlich reißt. Für diese Spieler sind bei der Wahl der geeigneten Saite ganz andere Kriterien relevant.

Was sind relevante Kriterien bei der Wahl der „richtigen“ Tennissaite für dich?

Der Charakter einer Tennissaite ergibt sich aus der Kombination unterschiedlicher Eigenschaften in jeweils unterschiedlich starker Ausprägung. Zuerst musst du dir daher klar machen, welche Haupteigenschaft bzw. besondere Stärke du von deiner Saite erwartest.

  • Vibrationsdämpfung (für Spielkomfort, Gefühl und Armschonung)
  • Power (für Spieler mit weniger Kraft und/oder Technik)
  • Kontrolle (für kraftvolle, treffsichere Spieler)
  • Feingefühl (für variable Spieler mit breitem Schlagrepertoire)
  • Spin (für extremen Topspin- und Slice-Effekt)
  • Spannungserhalt (für einen langen Spielgenuss)
  • Haltbarkeit (für kraftvolle, aggressive Spieler)
  • ...

Basierend auf der besonderen Stärke der Saite lohnt es sich dann einen Blick auf die Nebeneigenschaft zu werfen, um deine finale Saiten-Auswahl zu treffen.

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Wann macht eine Hybrid-Besaitung für dich Sinn?

Um die Stärken mehrerer Saiten-Typen miteinander zu kombinieren, werden immer öfter sogenannte Hybrid-Besaitungen eingesetzt. So bezeichnet man eine Kombination aus unterschiedlicher Längssaite (häufig Monofilament) und Quersaite (häufig Multifilament).

  • Vorteil: Spieler mit hohem Saitenverschleiß müssen z.B. trotzdem nicht komplett auf Spielkomfort und Armschonung verzichten.
  • Risiko: Nicht jede Saiten-Kombination, die in der Theorie Sinn macht, liefert in der Realität ein harmonisches Schlaggefühl.

In jedem Fall sollten die Eigenschaften Deiner Bespannung die Eigenschaften Deines Schlägers unterstützen bzw. ergänzen – und nicht dagegen arbeiten. Ein auf Komfort und Dämpfung ausgelegter Rahmen sollte also nicht mit einer dicken, starren Polyester- oder gar Kevlar-Saite kombiniert werden.

Finetuning durch Bespannungshärte.

Nachdem du eine geeignete Saiten oder Saitenkombination für dich und deinen Schläger gefunden hast, könntest du beim nächsten Besaiten noch ein wenig mit der Bespannungshärte experimentieren.

Du suchst noch ein bisschen mehr Kontrolle bei deinen Schlägen? Dann lasse beim nächsten Mal 1–1,5 kg härter bespannen.

Du hättest gern noch ein bisschen mehr Power und Spielkomfort? Dann lasse bei nächsten Mal 1–1,5 kg weicher bespannen. Das verbessert den Trampolin-Effekt und vergrößert den Sweetspot.

Was dein Spiel noch besser macht.

Mit der richtigen Kombination aus Saite und Spannung kannst du deinen Schläger perfekt auf dich abstimmen und den größtmöglichen Spielspaß erlangen. Aber nur dadurch wirst du kein besserer Tennisspieler werden. Saiten und Spannung machen vielleicht 10% deines Erfolgs aus, aber gute Technik, Training und Hingabe sind die einzigen Möglichkeiten, dein Spiel wirklich zu verbessern.