Bespannungshärte und Bespannungszustand.

Die Bespannung eines Tennisschlägers besteht aus dem Zusammenspiel von Saiten und Bespannungshärte. Wie die Saitenwahl hat auch die initiale Bespannungshärte einen starken Einfluss auf den Charakter und die Spielbarkeit deines Schlägers.

Mit Bespannungshärte bezeichnet man die Kraft bzw. den Zug, mit dem die Saite von der Maschine in den Schlägerrahmen gespannt wird, um die gewünschte Spielbarkeit des Saitenbetts zu erreichen. Die meisten modernen Schläger werden mit 18-32 kg (40-70 lbs) bespannt. Je höher die Spannung, desto mehr Kontrolle und weniger Trampolin-Effekt wird der Spieler erleben. Eine niedrigere Spannung sorgt für mehr Power, aber auch weniger Kontrolle.

Basierend auf der gewählten Saite oder Saitenkombination muss jeder Spieler für sich herausfinden, welche Spannung ihm persönlich das optimale Schlaggefühl vermittelt.

Turnierspieler variieren diese Bespannungshärte übrigens um 1–2 kg, je nach Bodenbelag, Temperatur, der Höhe über dem Meeresspiegel und der Spielweise des Gegners. Dieses Vorgehen macht allerdings nur Sinn, wenn man so oft neu besaitet, dass die Bespannung immer relativ frisch ist. Einige Profi-Spieler wie Roger Federer, Novak Djokovic und Rafael Nadal wechseln während eines Turniers sogar im selben Rhythmus auf einen frisch bespannten Schläger wie sie neue Bälle bekommen.

Eine Saite unterliegt einer natürlichen Alterung, unabhängig davon, ob sie gespielt wird oder nicht. Sobald eine Saite aufgezogen ist, verliert sie an Spannung. Oft sind mehr als 10 % innerhalb der ersten 24 Stunden – ohne dass der Schläger gespielt wird. Danach verlangsamt sich dieser Prozess zwar deutlich, aber die Spannung aller Tennissaiten lässt kontinuierlich weiter nach, selbst wenn der Schläger überhaupt nicht gespielt wird. Das gilt insbesondere, wenn ein Schläger größeren Temperaturschwankungen oder direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.

Mit der Spannung lässt auch die Elastizität nach.

Mit abnehmender Spannung nimmt auch die Elastizität ab – und damit Power, Kontrolle und Dämpfung der Bespannung. Die „US Racquet Stringers Association“ empfiehlt daher, einen Schläger neu zu besaiten, sobald der Spannungsabfall ca. 25% erreicht.

Mit der stringster-App behältst du den Zustand deiner Bespannung kontinuierlich im Auge. Das präziseste Ergebnis erhältst du übrigens, wenn du die erste Messung gleich nach dem Besaiten machst – also bevor du den Schläger zum ersten Mal spielst.

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Wann ist eine Besaitung mit Pre-stretch sinnvoll?

Pre-stretching entstand in einer Zeit, als Naturdarmsaiten noch nicht so perfekt produziert wurden wie heute. Durch das kurzzeitige Vordehnen mit erhöhter Zugkraft konnten sich die Naturfasern der Saite fester ineinander setzen, und die gewünschte Spannung blieb länger erhalten. Auch wenn Naturdarm-Saiten heute stabiler produziert und zusätzlich plastifiziert werden, empfehlen die meisten Besaiter nach wie vor die Anwendung von Pre-stretch für diesen Saiten-Typ.

Bei Kunstsaiten ist der Effekt von Pre-stretch allerdings sehr umstritten. Bei Monofilament-Saiten raten wir davon ab. Und auch für Multifilament-Saiten konnten unsere Messungen bisher nicht bestätigen, dass die bestellte Bespannungshärte durch Pre-stretch länger erhalten bleibt.

Es bleibt dagegen der Nachteil, dass die Elastizität („Frische“) von Kunstsaiten durch Pre-stretching von vorn herein reduziert wird.

Tipp: Falls Du normalerweise mit 10% Pre-stretch bespannen lässt, teste doch alternativ mal eine Bespannung ohne Pre-stretch – aber mit 5% höherer Spannung als sonst.